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Vegane Ernährung in der Familie | Vom Verzicht zur Bereicherung

Deshalb ernähren sich Melanie (Mutter), Janne (Vater) und ihre 3 Kinder jetzt vegan und lieben einfach das, was sie tun.

– Ein Gastbeitrag von Janne und Melanie –

Melanie und Janne sind seit Sommer 2018 erfolgreiche Teilnehmer der Bowl Masterclass. Durch ihre Leidenschaft am Kochen, die wunderbaren Bilder in unserer Facebook-Community und ein super nettes Feedback sind wir auf diese 5 köpfige Power-Familie aufmerksam geworden.

Wir haben sie darum gebeten doch einfach mal ihre Geschichte und Weg zur pflanzlichen Küche mit uns zu teilen. Was dabei entstanden ist, hat uns vom Hocker gehauen: In diesem Artikel beschreiben Melanie und Janne ihren Weg mit allen Höhen und Tiefen, Problemen und Hürden die es zu überwinden galt und ihren sehr inspirierenden Erfahrungen.

Jetzt ernährt sich die komplette Familie vegan und hat eine neue Leidenschaft für sich entdeckt, die sie liebt.

Kein Verzicht, sondern eine Bereicherung

Unsere Reise zum Veganismus, begann vor 6 Jahren und 6 Monaten ( 5 Jahre vegetarisch und seit 1 Jahr und 6 Monaten vegan), als ich eine Reportage im TV, über die Schlachtung eines Bio Schweins gesehen habe.

Eigentlich, habe ich nie gerne Fleisch gegessen, aber es gehörte in meiner Ursprungsfamilie einfach zum Leben dazu. Es war immer, dieses Verdrängen, sich keine Gedanken über die Herkunft der Wurst, Fleisch usw…. zu machen.

Durch ein Buch über den Sinn des Lebens, ist mir klar geworden, das ich eine Stimme für die Tiere bin. Damit ich andere Menschen auf Ihrem Weg, in die pflanzliche Lebensweise unterstütze und sie inspirieren kann, wie wundervoll, vielfältig und lecker die pflanzliche Küche schmeckt. Das es kein Verzicht bedeutet, sondern eine Bereicherung ist.

So bin ich, seit März in der Ausbildung zur Veganen Ernährungsberaterin und das macht mich, so glücklich.

Die Vegan Masterclass ist, einfach eine wundervolle Bereicherung, für meinen beruflichen Weg und unseren Familienalltag. Es macht mir riesig Spaß, ganz viel über die professionelle Zubereitung, der pflanzlichen Lebensmittel von Sebastian zu lernen.

„Ich esse kein Fleisch mehr.“

Uff ! Für jemanden der den Grill am liebsten neben sein Bett stellen würde, ist das nicht unbedingt der Satz, den er von der Frau die er liebt, hören möchte. Vielleicht geht das ja von alleine wieder weg wenn ich die Augen ganz langsam zu und wieder auf mache…. Zuuuuu….Auuuuuf…..Ehhh, nein. Das war also nix.

Melanie hatte noch nie so richtig gerne Fleisch gegessen. Sie hatte schon öfter darüber nachgedacht damit ganz aufzuhören. Ich, der ich Fleisch geliebt habe, hatte immer Glück gehabt. Es ist nie konkret geworden. Außer an diesem einen Abend. Es war ein denkwürdiger Abend. Eine unheimliche Stille lag in der kühlen Nachtluft, als plötzlich… Nein Blödsinn.

Ich habe keine Ahnung was es für ein Abend war, ganz im Gegenteil, es war Morgens. Aber dieses mal hat sie es wirklich absolut ernst gemeint. Was ich noch genau weiß ist, das wir in der Küche standen und sie zu mir gesagt hat, das sie ab jetzt kein Fleisch mehr essen will. Sie will sich ab jetzt vegetarisch ernähren, weil sie in einer Reportage gesehen hat in der ein Bio-Schwein getötet wurde.

Sie wird kein Fleisch mehr essen. Wow, das war erst mal wie ein Schlag in die Magengegend. Und dieses mal war das keine Spaßveranstaltung. Nein, das war ernst! Da bestand kein Zweifel. Diese wundervolle Frau die ich in guten wie auch in schlechten Zeiten zu lieben gelobt habe, hatte einen Entschluss gefasst. Waren das etwa die schlechten Zeiten von denen der Pfarrer damals gesprochen hatte? Was sollte ich, als Fleischesser, jetzt machen?

Einen geschickten und unerwarteten Ausfallschritt zur Seite, während ich gleichzeitig… Ach halt, das hatte ich mir für ne andere Situation zurecht gelegt. Das war nicht diese hier. Also, das würde jetzt auch nicht helfen. Hmm. Kurz überlegen. Sie isst kein Fleisch mehr. Ich schon.

Wie soll eine vegane Küche in einem Familienhaushalt funktionieren?

Ihr Essen in der selben Pfanne zubereiten wo einst mein, damals, geliebtes Fleisch zum zweiten mal seinen Tod fand? Das wird nichts. Das möchte ich für sie nicht. Aus der Nummer komme ich nicht raus. Zweite Pfanne kaufen? Extra kochen? Kühlschrank in zwei verfeindete Zonen aufteilen? Gut gegen Böse? Himmel gegen Hölle. Erni gegen Bert. Falsche Baustelle – habe ich als Kind trotzdem geliebt. Epische Bakterienschlachten finden auf dem Schneidebrett statt, wobei da fraglich ist wer hier eigentlich wirklich der Verlierer ist. Schneidebrett! Stimmt. Messer. Geschirr. Scheiße! „Ich mach mit!“

Hääää?! Waaaas? Was hat mein Mund da gerade getan? Ich. Mache. Mit! Was??? Ich mache mit?? Was mache ich denn mit?! Ne Limbodance? Nen Bungeesprung? Frühjahrsputz?  „Bist Du dir sicher Schatz?“ Nein, ich glaube Schatz hat nicht genug darüber nachgedacht. „Klar bin ich mir sicher!“

Was hat mich denn da bloß geritten? Rückblickend betrachtet war es wohl die Liebe und das Vertrauen in Melanie. Mir war es damals noch nicht bewusst, heute weiß ich das sehr genau, das der Ursprung allen Glücks in meinem Leben, immer wieder bei Melanie entspringt.

„Ok‘ – probieren wir die vegane Ernährung einfach mal aus!“

Wir haben dann vereinbart das ich das Ganze einfach mal 4 Wochen ausprobiere und wenn es nix ist für mich, dann muss ich das ja nicht weiter machen. Fairer Deal.

Diese denkwürdige Unterhaltung, die unser Leben vollständig verändern sollte, war also Morgens in der Küche. An dem Tag stand noch der Einkauf an, den ich alleine erledigen wollte. Und damit nahm das Drama seinen Lauf. Und genau da kommt vermutlich diese Frage der Fleischesser her: “Was kannst du denn da überhaupt noch essen?“ Das habe ich mich damals beim Einkaufen dann auch gefragt. Mal eben ein Fleischkäse-Brötchen auf die Hand? Eh, uups, geht ja nicht. Currywurst! Nö. Schinken? Nein. Hackbällchen? Auf keinen Fall. Es war ein günstiger Einkauf. Soviel ist mal klar.

Ich glaube es war damals im Auto vor dem Laden, wo ich erst realisiert hatte was ich da eigentlich gesagt habe. Was habe ich mir da eigentlich alles selber weg genommen? Du kannst ja NIX mehr essen! Also das war echt mal nen Sprung ins kalte Wasser. Ich glaube als ich vom Einkaufen wieder zurück war, haben wir erst mal gemeinsam geguckt, was man eigentlich alles so essen kann und was nicht.

Melanie ist generell jemand, die sich absolut super über alles informiert und sehr gewissenhaft und absolut engagiert ist. So hatten wir dann langsam, ein paar Dinge heraus gefunden und es wurden immer mehr. Und es war auch das erste mal in unserem Leben, das wir uns überhaupt mit all dem auseinander gesetzt hatten. Wo kam unser Essen her? Was hängt da eigentlich alles mit dran? Welchen Einfluss hat das auf unsere Umwelt? Was hat das für Auswirkungen auf die Tiere? Alles Fragen die wir vorher nicht hatten. Es war erschreckend ,was wir für Antworten gefunden haben.

Eine Woche vegetarisch.

Was war anders? Anders war, das ich die Probezeit, vorzeitig, abgebrochen habe. Ja, super, war klar, oder? Ed von Speck braucht sein Fleisch. Nee. Au contraire, mon cheri! Ich habe die Probezeit beendet und für mich den Entschluss gefasst, nie wieder in meinem Leben Fleisch zu essen! Warum? Weil ich mich scheiß gut gefühlt habe! Ich habe mich noch nie, in meinem Leben zuvor, so unbeschwert und leicht gefühlt. Ich hatte nach dem Essen plötzlich nicht mehr diesen Stein im Magen, den ich doch gar nicht gegessen hatte. Es ging mir gut. Es ging mir verdammt gut. Ich habe mich so tierisch unbeschwert gefühlt. Ich war energiegeladen. Ich war satt. Aber ich war nicht satt von dem Kampf, gegen eine halbe Rinderhälfte, die mir einen ordentlichen Schlag, in die Magengegend verpasst hatte. Nein, ich war einfach nur satt und fühlte mich super.

Gemeinsam haben wir uns, dann nach und nach in die Materie hinein gefuchst und haben uns ein paar Kochbücher zugelegt. Die ersten Bücher waren damals von Attila Hildmann. Und gefühlt standen wir, nur noch in der Küche und haben gekocht. Es war eine spannende Zeit, in der wir viele tolle neue Lebensmittel, kennen gelernt haben. Und wir haben auch gelernt frisch zu kochen.

Eine witzige Situation, die wir wohl nie vergessen werden, war als wir uns nach langer Zeit, mal wieder eine Fertigpizza gekauft hatten. Voller Vorfreude hatten wir sie dann in den Ofen geschoben und erwartungsvoll dem Countdown der Uhr entgegen gefiebert. Die Freude verging uns, dann leider sehr schnell. Offensichtlich hatte sich unser Geschmack sehr extrem verändert. Er ist viel viel feiner geworden. Wir waren Fertigessen einfach nicht mehr gewohnt. Und diese Pizza, die war so unfassbar salzig, als wäre man im Winter direkt hinter einem Streuwagen ausgerutscht und mit dem Gesicht auf den Boden geklatscht. Ungenießbar! Wir konnten es einfach nicht essen und mussten sie leider weg schmeißen.

Im laufe der nächsten Jahre, haben wir immer wieder mal vegane Phasen eingeschoben, meist mit den Kochbüchern von Attila. Das war auch absolut super. Aber nach einer gewissen Zeit, hat uns immer wieder der Käse gefehlt. Ich hatte zwar irgendwann, angefangen die Milch komplett weg zu lassen, das angesichts der Tatsache, das ich durchaus schon mal ein bis zwei Liter, am Tag in Richtung Verdauungstrakt befördert hatte, echt nicht schlecht war. Nur den Käse, den konnte ich irgendwie nicht los lassen. Alles andere konnten, wir prima ersetzen.

Bei unseren 3 Jungs haben wir immer noch darauf geachtet das sie doch noch wenigstens ein paar Milchprodukte zu sich nehmen. Ist ja so schrecklich wichtig für die Entwicklung. Jaaa…. Da hat die Marketingmaschinerie der Milchindustrie, echt gute Arbeit geleistet. Natürlich ist es auch nicht ganz so leicht, kleinen Kindern ihr gewohntes und auch geliebtes Essen weg zu nehmen, oder zu ersetzen. Aber zu dem Thema wird es noch mal einen eigenen Blogbeitrag geben.

Wir selber waren, also auf dem Weg in Richtung Veganismus unterwegs.

Auch die Sache, mit dem Käse haben wir irgendwann, ganz gut in den Griff bekommen. Ich habe dann, zwar ab und zu noch mal bei Schokolade ein Auge zugedrückt, mich allerdings nachher darüber geärgert. Ich dachte aber immer: „Ach, die paar Stückchen Schokolade…“ Ja, ok, erwischt. Es ist nicht selten, auch mal spontan ne ganze Tafel drauf gegangen. Aber hey, ich war jung und brauchte das Geld. Nein? Schon wieder die falsche Baustelle. 🙂
Melanie dagegen, war echt sehr diszipliniert, davor habe ich wirklich größten Respekt.

Was bei uns dann allerdings den absoluten Wendepunkt gebracht hat, war der Film „What the health“ Hätten wir den Film schon vor ein paar Jahren gesehen. Wir wären von einen, auf den anderen Tag vegan geworden. Seit diesem Film,habe ich nie wieder auch nur, die kleinste Ausnahme gemacht. Auch nicht bei Schokolade. Seit dem ernähren wir auch unsere Jungs, vollständig und vollwertig Vegan.

Seit diesem Tag war für uns beide absolut klar, das wir unseren Kindern niemals wieder Milchprodukte, oder andere tierische Lebensmittel geben werden. Würden wir das tun, würde es sich, für uns, so anfühlen, als würden wir ihnen Kettensägen in die Hand drücken und sagen: „Das tut gar nicht so weh wie alle immer sagen“ Das mag jetzt vermutlich sehr extrem klingen, aber dieser Film, ist nicht mal einer von der schlimmen Sorte. Aber er hat uns, dermaßen die Augen geöffnet für all das Tierleid, welches darin steckt. Für all die Zivilisationskrankheiten, die durch tierische Lebensmittel entstehen (können). Wir könnten es mit unserem Gewissen, einfach nicht mehr vereinbaren unseren Jungs dem auszusetzen.

Vielen Dank an Melanie und Janne für diese wunderbare und inspirierende Geschichte! Wenn diese Story einen kleinen „Funken“ in dir gezündet hat, dann möchten wir dir noch etwas mit auf den Weg geben. Bitte denke daran, dass Melanie und Janne sich intensiv mit dem Thema veganer Ernährung auseinandergesetzt haben und der Weg in den Veganismus für die ganze Familie deshalb so reibungslos funktioniert hat. Entscheidest du dich auch für diesen großartigen Schritt, dann empfehlen wir dir dich ernährungs- und kochtechnisch ebenfalls weiterzubilden und nichts dem „Zufall“ zu überlassen. Sich bewusst mit dem zu beschäftigen was auf dem Teller liegt und zu verstehen welchen Einfluss die Nahrung auf den eigenen Körper hat, ist der erste wichtige Schritt zu einer gesunden Lebensweise.

Falls du Fragen hast, dann schreibe uns gerne an info@vegan-masterclass.de oder schaue dir mal unsere neuen Online-Kurse an. Hier geht’s zu den Kursen.

Melanie und Janne sind seit dem Sommer 2018 Teilnehmer der Bowl Masterclass und mit einer soo großen Leidenschaft und Freude dabei wunderbare Gerichte zu zaubern und mit euch zu teilen.

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2019-01-08T16:22:33+00:00
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