Einkauf nachhaltiger gestalten mit Jutebeutel
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10 praktische Tipps für einen nachhaltigeren Einkauf

Mehr Nachhaltigkeit beim Einkauf

“Nachhaltigkeit” ist inzwischen mehr als nur ein Trend. Nicht nur auf Social Media begegnet man Begriffen wie „Zero Waste“, auch in Zeitungen und Zeitschriften findet man immer öfter hilfreiche Infos, Tipps und Tricks für ein nachhaltigeres Leben. Besonders unter den jungen Leuten findet aktuell ein großes Umdenken statt. Überall auf der Welt finden “Fridays for Future” Demonstrationen statt, es wird sich zum Plogging getroffen – eine Kombination aus Joggen und Müll sammeln und in Köln hat zuletzt ein Zero Waste Café eröffnet. Auch Second Hand Mode ist längst wieder „in“, und Upcycling ebenfalls schon lange nicht mehr unbekannt.

Doch was genau bedeutet der Begriff überhaupt?

Die Definition von Nachhaltigkeit lautet: „Die nachhaltige Entwicklung ist eine, die gewährt, dass künftige Generationen nicht schlechter gestellt sind, ihre Bedürfnisse zu befriedigen, als gegenwärtig lebende.“ (Quelle: Brundtland-Bericht) Dies bedeutet also, dass wir mit einem nachhaltigen Lebensstil erreichen wollen, dass die zukünftigen Generationen ebenfalls all die Ressourcen zum Leben zur Verfügung haben, die wir aktuell selber nutzen können. Dazu dürfen wir unserer Umwelt nicht mehr entnehmen, als sie auf natürliche Weise für uns bereit hält und in einem bestimmten Zeitraum wieder regenerieren kann. Da die aktuelle Situation jedoch leider anders aussieht, ist die Bewegung hin zu einer ökologischeren Lebensweise unglaublich wichtig.

Einkauf nachhaltiger gestalten für weniger Plastik im Ozean
© Pixabay

Auch im Herzen der Vegan Masterclass findet dieses Thema durch Sebastian Copien einen großen Platz. Er selbst hat hinter seiner Kochschule in München einen eigenen Kochschulgarten, in dem er über 50 verschiedene Gemüse und Kräutersorten anbaut. Die Arbeit im Garten bedeutet für ihn nicht nur regionale, saisonale und herrlich frische Zutaten für seine Kreationen ernten zu können, sondern auch eine tiefe Verbindung zur Natur. Und genau diese Leidenschaft bringt er mit in seine Kochkurse ein und kreiert mit viel Liebe unglaublich vielfältige Rezepte aus pflanzlich vollwertigen Zutaten.

Nachhaltigkeit ist vielseitig

Dass Plastik einen großen Beitrag zur Umweltverschmutzung leistet, ist schon lange kein Geheimnis mehr. Aktuell wird davon ausgegangen, dass jährlich etwa 8 Mio. Tonnen Plastik in unseren Meeren landet. (Quelle: Spiegel.de und anjakrieger.com. Eine kaum vorstellbar große Menge, die uns zeigt, dass wir alle zusammenarbeiten müssen, denn gemeinsam können wir unheimlich viel verändern und unseren Meeren sowie unserer Erde helfen.

Dabei haben wir die Möglichkeit an den verschiedensten Punkten anzusetzen. Eine umweltfreundlichere Lebensweise kann nämlich in den unterschiedlichsten Bereichen umgesetzt werden. Sei es im Badezimmer, in der Küche, bei der Wohnungseinrichtung oder beim Einkauf. So vielseitig wie die Aspekte, die unserer Umwelt schaden, sind auch die Möglichkeiten, wie wir ökologischer leben können. Denn nicht nur unser Plastikverbrauch, auch die Transportwege, der Anbau, der Flächen- und der Wasserverbrauch für unsere Lebensmittel und gekauften Produkte beeinflussen beispielsweise, wie groß unser täglicher Einfluss auf die Umwelt ist.

© Pixabay

Euer Weg zu einem nachhaltigeren Lebensstil

So lobenswert eure Motivation für Veränderungen auch ist, bevor ihr jetzt in allen Bereichen alles auf den Kopf stellt und euch die Umstellung überfordert, hier noch ein kleiner Tipp vorweg: Beginnt mit kleinen Schritten und sucht euch zunächst einen Bereich in eurem Leben aus, bei dem ihr Step by Step auf umweltfreundlichere Alternativen umsteigen möchtet. Ganz wichtig ist auch, dass ihr das ganze nach euren eigenen Möglichkeiten gestaltet. Wir wollen alle gemeinsam etwas Gutes für unsere Welt tun – jeder ganz in seinem eigenen Tempo.

Das nachhaltigste Leben, das ihr führen könnt, ist das was ihr bereits besitzt, bestmöglich zu nutzen.

Also lasst eurer Kreativität freien Lauf und habt Spaß dabei!

Von uns bekommt ihr jetzt 10 praktische Tipps an die Hand, wie ihr euren Einkauf ganz leicht ökologischer gestaltet und so helft, Mutter Erde etwas Gutes zu tun!

10 praktische Tipps für einen nachhaltigeren Einkauf

1. Der Klassiker: Der Jutebeutel

Das ist wohl der bekannteste und am leichtesten umzusetzende Tipp. Nehmt zu jedem Einkauf euren eigenen Beutel oder eure eigene Tasche mit, denn so könnt ihr eine Menge Plastiktüten sparen. Und wenn ihr ihn direkt nach dem Einkaufen wieder in die Handtasche, den Rucksack oder das Auto zurück legt, lauft ihr auch nicht Gefahr ihn beim nächsten Einkauf zu vergessen – einmal dran gewöhnt, wollt ihr ihn sicher nicht mehr missen. Interessant ist auch, dass ein Jutebeutel etwa 130 Mal benutzt werden muss, damit er von der Ökobilanz besser abschneidet als eine Plastiktüte. Wenn man ihn allerdings einmal hat, wird er auch über mehrere Jahre ein treuer Einkaufsbegleiter und lohnt sich in jedem Fall.

Übrigens: Auch eine Papiertüte muss mindestens 3 Mal verwendet werden, damit sie von der Ökobilanz besser abschneidet als eine dünne Plastiktüte.

2. Gemüse- und Obstnetze

Genau wie durch den Jutebeutel, könnt ihr durch wiederverwendbare Gemüsenetze kinderleicht Plastiktüten oder Verpackungen sparen. Das lose Obst und Gemüse packt ihr einfach in den Netzen ein und alles bleibt in der Einkaufstasche an seinem Platz. So kommen auch eure Tomaten heil zuhause an – und das ganz ohne Tüte.  Sie sind also super praktisch und gehören mit zur Grundausstattung für einen nachhaltigeren Einkauf.

Es gibt inzwischen auch Beutel extra für das Brot oder die Brötchen vom Bäcker, wodurch ihr bei dem wöchentlichen Sonntagsfrühstück mit leckeren frischen Semmeln mindestens eine Tüte pro Woche sparen kann. Ihr spart so also ohne großen Aufwand satte 52 Tüten im Jahr.

Einkauf nachhaltiger gestalten mit Gemüsenetzen
© Pixabay

3. Mehrweg statt Einweg

Einwegflaschen sind leider nicht so umweltfreundlich, wie man denkt. Ein vollständiges Recycling gibt es in Deutschland nämlich nicht, da dies zu aufwendig und teuer wäre. Die Flaschen werden meist geschreddert, eingeschmolzen und sind danach leider schwer verwertbar, weil der Kunststoff meist verfärbt ist und so nicht für neue klare Plastikflaschen verwendet werden kann. Er kann so nur noch für beispielsweise Taschen oder Zeltplanen dienen. Das heißt also, dass für jeden Liter Mineralwasser neues Plastik notwendig ist. Mehrwegflaschen schneiden da etwas besser ab. Solche aus Plastik werden in etwa 25 Mal neu aufgefüllt und Glasflaschen können bis zu 50 Mal wiederbefüllt werden. (Quelle: utopia.de)

4. Regional und saisonal kaufen

Dieser Tipp ist nicht nur super für die Umwelt, weil regionale und saisonale Produkte durch ihre kürzeren Transportwege weniger CO2-Emissionen verursachen, er spart sogar nebenbei einiges an Geld. Denn Obst und Gemüse, welches gerade Saison hat und aus der Region kommt, ist meistens auch günstiger. Einen praktischen Saisonkalender und darauf abgestimmte Rezepte findet ihr auch in unserer Bowl Masterclass. Dort lernt ihr, wie ihr euch ohne großen Aufwand abwechslungsreiche Bowls aus den saisonalen Lebensmitteln zusammenstellt, die nicht nur super lecker, sondern auch bunt, ausgewogen und richtig gesund sind!

5. Bio Produkte bevorzugen

Im biologischen Anbau werden nicht nur weniger Pestizide eingesetzt. Es wird auch auf Gentechnik verzichtet und vielfältigere Fruchtfolgen erhalten einen nährstoffreichen Boden im Vergleich zum konventionellen Landbau. Aber auch hier gibt es Unterschiede zwischen den verschiedenen Bio-Siegeln und man sollte sich eher an ökologischen Anbauverbänden wie Naturland, Bioland und Co. halten, da diese strengere Richtlinien verfolgen als das Bio-Siegel der EU. Hier könnt ihr euch einen kurzen Überblick über die verschiedenen Siegel verschaffen. Allgemein ist Bio aber ein Schritt in die richtige Richtung und zeigt, dass wir als Verbraucher Wert auf unsere Umwelt legen und etwas ändern wollen. Unser Kassenbon ist also unser Stimmzettel.

© Pixabay

6. Mit fair gehandelten Produkten Projekte unterstützen

Manche Produkte, wie beispielsweise Bananen, werden wir hier in Deutschland wohl nie regional bekommen. Aber auch hier können wir etwas tun, wenn wir auf die fair gehandelten Bananen zurückgreifen. Denn so können wir bessere Arbeitsbedingungen auf den Plantagen fördern und somit die dort heimische Bevölkerung unterstützen.

7. Mehr Obst und Gemüse – weniger tierische Produkte.

Den wohl größten Unterschied in der eigenen Ökobilanz können wir durch die Reduktion von tierischen Produkten erreichen. Denn für die Produktion von tierischen Produkten, besonders von Fleisch und Fleischprodukten, aber auch für Milchprodukte, werden große Mengen an Ressourcen verbraucht. Insbesondere der Wasserverbrauch für diese Lebensmittel ist sehr hoch. So benötigt man für 1 kg Rindfleisch in der Produktion etwa 15.500 Liter Wasser. Mit dieser Menge könnte man ein Jahr lang täglich duschen (Quelle: peta.de) Aber auch der Methan- und CO2-Ausstoß der Tiere macht einen nicht zu vernachlässigenden Anteil an der Klimaerwärmung aus. Eine rein pflanzliche Ernährung ist also nicht nur unglaublich lecker, vielseitig und gesund, sie ist auch die zuträglichste Ernährungsweise für unsere Umwelt.

Wie gut eine pflanzliche Ernährung wirklich für die Umwelt ist, könnt ihr euch in diesem Video von Niko Rittenau (Ernährungswissenschaftler) anschauen.

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8. Mach dir einen Essensplan

Ein Essensplan kann dabei helfen nicht zu viel einzukaufen und führt so dazu, dass wir weniger Lebensmittel wegschmeißen müssen. Mit einem Plan müsst ihr auch nicht so häufig einkaufen, da ihr so alle Zutaten direkt im Blick habt, die ihr für eure leckeren Rezepte benötigt. Es muss nicht gleich ein Plan für die ganze Woche sein – 2 oder 3 Tage im Voraus zu planen, macht bereits einen Unterschied. Und ganz nebenbei schont ihr sogar noch euren Geldbeutel – da habt ihr sozusagen 3 Fliegen mit einer Klappe geschlagen!

9. Unverpackt kaufen

Das Glück einen Unverpacktladen in der Nähe zu haben, bietet die Möglichkeit bereits viele Dinge mit seinen eigenen Gläsern und Behältern unverpackt zu kaufen. Leider kann noch nicht jeder in den Genuss kommen, ohne eine halbe Stunde mit dem Auto oder Zug in die nächste Stadt zu fahren. Jedoch gibt es auch im Supermarkt einige Dinge unverpackt oder in Papier anstelle von Plastik. Obst und Gemüse gibt es zum Beispiel oft auch lose zu kaufen. Ein weiterer Trick: Besorgt Lebensmittel wie Reis, Nudeln oder Haferflocken in größeren Paketen, so spart ihr auf Dauer auch einiges an Verpackungen.

10. Kassenbon? – Nein, danke

Der Kassenbon ist doch nur aus Papier und gehört doch sogar in die Papiertonne, oder etwa nicht? Leider ist das nicht ganz richtig. Die meisten Kassenzettel werden auf Thermopapier gedruckt, dass mit Bisphenol A beschichtet ist. Diese Chemikalie (kurz: BPA) schädigt nicht nur unsere Umwelt, sie ist auch gesundheitsschädlich. Falls ihr den Kassenzettel von eurem wöchentlichen Lebensmitteleinkauf also sowieso zuhause weg werft, dann werdet ihr ihn wahrscheinlich auch nicht vermissen. Wenn er gar nicht erst gedruckt wird, wird außerdem wieder etwas Papier gespart – toll!

Einkauf nachhaltiger gestalten
© Pixabay

11. Extratipp: Seid nicht zu streng mit euch!

Und nun zum wichtigsten Punkt: Seid nicht zu streng mit euch. Kleine Schritte sind besser als keine Schritte. Fangt langsam an und tastet euch allmählich an das Thema heran. Wenn es euch leicht fällt und ihr eine Änderung erfolgreich in euren Alltag integriert habt, könnt ihr eine weitere hinzu nehmen. Und vergesst nicht: das ganze soll Spaß machen und ist kein Wettbewerb.

Wir hoffen sehr, dass euch unsere Tipps gefallen haben und ihr die ein oder andere Inspiration für euch mitnehmen konntet. Habt ihr noch weitere Tipps für mehr Nachhaltigkeit beim Einkauf? Schreibt sie uns super gerne in die Kommentare, wir freuen uns riesig darüber!

Eure Sabrina von der Vegan Masterclass

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